Pferdeosteopathie

Osteopathie – mit fühlenden, sehenden, denkenden und wissenden Händen

Die Osteopathie ist eine alternative medizinische Behandlungsmethode, die durch Dr. Andrew Taylor Still (1828 – 1917) Mitte des 19. Jahrhunderts in den USA entwickelt wurde. Sein Ziel war es, Krankheiten ohne Medikamente und Chirurgie zu behandeln. Er war der Auffassung, dass alle Erkrankungen mit Beeinträchtigungen der Körper-Strukturen (Knochen, Gelenke, Muskeln, Bänder, Sehnen) im Zusammenhang stehen. Durch eine manualtherapeutische Behandlung können Nervenimpulse wieder ungehindert übertragen sowie die Körperzellen durch venöse, arterielle und lymphatische Wege wieder besser versorgt und Abfallstoffe abtransportiert werden. Der Körper kann sich wieder physiologisch bewegen womit auch eine Befreiung der Psyche einhergeht.

Die Osteopathie wurde dann von William Garner Sutherland, einem Schüler von Still, sowie John Upleger, Jean Pierre Barrel und Dominique Giniaux weiterentwickelt, so dass heute 4 osteopathische Systeme unterschieden werden:

  1. Parietale Osteopathie: Basis der Osteopathie – Behandlung des Muskel-Skelett-Systems mit strukturellen Techniken sowohl mit relativ starkem Kraftaufwand als auch sanften, energetischen Methoden.
  2. Kraniosakrale Osteopathie (Cranium = Schädel, Sakrum = Kreuzbein): Durch die Behandlung der Schädelstrukturen, Kopfgelenke und der Hirnhäute wird der Liquorfluss (eine Körperflüssigkeit des zentralen Nervensystems im Gehirn und dem Knochenmark) wieder angeregt.
  3. Fasziale Osteopathie: Eine Behandlung des Muskel-Faszien-Systems mit sanften Techniken, um den Druck auf Nerven, Arterien, Venen und Lymphgefäße zu regulieren.
  4. Viszerale Osteopathie: Ziel dieser Behandlung ist es, die Beweglichkeit der inneren Organe (Viszera) und ihrer umhüllenden und stützenden Faszien wiederherzustellen.

Die osteopathische Behandlung ruht hierbei auf 4 Hauptsäulen, die auch als osteopathische Regeln bezeichnet werden:

Struktur und Funktion bedingen sich gegenseitig

Unter Struktur versteht man die körperlichen Bestandteile wie Knochen, Muskeln, Bänder, Sehnen, Faszien. Unter Funktion versteht man die Aufgabe, die die Strukturen zu erfüllen haben. Haben die Strukturen einen „Defekt“ (z.B. ein Knochenbruch), können sie ihre Funktion im Körper nicht erfüllen. Hat die Funktion einen Defekt (z.B. durch eine Nervenstörung) kann die ansonsten intakte Struktur ebenfalls nicht physiologisch arbeiten.

Die arterielle Regel

Blut, Lymphe und Sauerstoff müssen arteriell und venös ungehindert fließen können, um eine optimale Versorgung der Strukturen zu gewährleisten. Zellen werden mit Nährstoffen versorgt und Abfallstoffe können abtransportiert werden. Ist dies nicht der Fall, kommt es zum Zelltod und damit zu Veränderungen im betroffenen Gewebe.

Der Körper ist eine Einheit

Der Körper wird als Ganzes gesehen – die so gern verwendete „ganzheitliche Betrachtung und Behandlung“. Jede einzelne Zelle muss korrekt arbeiten können. Ist dies nicht der Fall kommt es zu morphologischen Veränderungen, die sich physisch und psychisch auswirken können. Jede Ursache hat eine Wirkung – es ist ein geschlossener Kreis. Alles hängt mit allem zusammen. So kann beispielsweise ein Husten zu einer Lahmheit führen und umgekehrt.

Selbstheilung

Der Körper hat die Fähigkeit, sich selbst zu heilen und den Organismus in eine überlebensfähige Situation zu bringen. Der Osteopath gibt lediglich den Impuls zur Heilung. Der Geist steht hierbei über dem Körper. Es muss grundsätzlich ein Lebensmut und -wille vorhanden sein. Es kann also nur geholfen werden, wenn die Psyche und der Körper noch in der Lage sind sich selbst zu heilen. Durch die osteopathische Behandlung erhält das Pferd die benötigte Energie, um sich selbst zu heilen. Die Behandlung wird dabei vom Pferd geleitet und nicht aufgezwungen.

Meist ist es so, dass die Schulmedizin Krankheiten oder manchmal nur Symptome behandelt. Die Osteopathie hingegen, versucht den Grund für die Erkrankung zu finden und den Patienten in die Lage zu versetzen, sich selbst zu heilen. Die Kombination beider Behandlungsmethoden führt meist zum Erfolg. Als Beispiel: Der Tierarzt spritzt ein Hyaluronpräparat in ein Gelenk. Der Osteopath sorgt dafür, dass dieses vom Körper verstoffwechselt werden kann und die grundsätzliche Ursache für das Gelenkproblem behoben wird.

Carina Santjer – Pferdeosteopathie & Pferdephysiotherapie - Osteopathie
Carina Santjer – Pferdeosteopathie & Pferdephysiotherapie - Osteopathie

Gesetzlich vorgeschriebener Hinweis:

Bei den vorgestellten Behandlungsmethoden handelt es sich teilweise um Verfahren bzw. Therapien der alternativen Medizin, die schulmedizinisch weder nachgewiesen noch anerkannt sind. Bitte beachten Sie außerdem, dass die vorgestellten Therapiemethoden nicht als Heilversprechen zu verstehen sind. Jegliche Aussagen über gesundheitliche Ergebnisse sind unverbindlich und beruhen auf Erfahrungswerten. Die Anwendung der hier präsentierten Informationen ersetzt ggfs. nicht den Besuch beim Tierarzt und ich übernehme keine Garantie für bestimmte Heilungserfolge.