Futterergänzung mit Pflanzen (Phytotherapie)

Pflanzen – als Futterergänzung zur Förderung von Regeneration und Gesundheit

Pflanzen werden schon immer in allen Kulturen zur Linderung von Beschwerden und als Nahrungsmittel genutzt. Aktuelle Forschungen haben bewiesen, dass die Gesundheit von Menschen und Tieren stark von Pflanzen abhängig ist. In der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) werden Blätter, Blüten, Rinden, Wurzeln oder Früchte und deren Zubereitung in unterschiedlicher Form zur Gesunderhaltung eingesetzt. Die Phytotherapie basiert auf phytochemischer und naturstoffpharmakologischer Grundlage und damit auf aktuellen Erkenntnissen der Medizin. Die Heilpflanzenkunde unterliegt damit keinem eigenständigen Heilsystem wie der TCM oder Homöopathie. Im Gegensatz zu synthetischen Therapeutika, die eine spezifische Wirkung haben, charakterisieren sich Heilpflanzen durch einen komplexen Wirkmechanismus. Sie weisen deutlich seltener unerwünschte Nebenwirkungen auf. Pflanzen können daher insbesondere präventiv und bei chronischen Erkrankungen auch als Langzeitgabe eingesetzt werden.

Doch was macht sie aus, die Pflanzen?

Der Wirkmechanismus der pflanzlichen Drogen liegt in der Beeinflussung von Enzymaktivität und Ionenkanälen. Außerdem wirken sie an spezifischen Rezeptoren, hemmen oder fördern die Biosynthese von Mikroorganismen und wirken mechanisch. Neben den primären Pflanzenstoffen wie Kohlenhydrate, Fette und Cellulose verfügen die Pflanzen über sekundäre Pflanzenstoffe. Dies sind chemische Verbindungen, die nicht direkt am Energie- oder Aufbaustoffwechsel der Pflanze beteiligt sind. Diese sekundären Pflanzenstoffe bieten vor allen Dingen Schutz vor Konkurrenten, Schädlingen und klimatischen Belastungen. Gerade diese Stoffe machen wir uns in der Pflanzenheilkunde als gesundheitsrelevante Stoffe zu Nutze. Hier ein Auszug der Stoffe und ihrer Wirkung:

  • Polyphenole
    • Flavonoide: wirken antioxidativ (Schutz vor freien Radikalen), entzündungshemmend, spasmolytisch (krampflösend)
    • Gerbstoffe: wirken adstringierend (austrocknend, blutstillend, entzündungshemmend), antinutritiv (Verwertung der mit der Nahrung aufgenommenen Nährstoffe wird eingeschränkt), sekretionshemmend, antientzündlich, antimikrobiell
    • Salicylate: Schmerzhemmung (Aspirin ist Acetylsalicylsäure)
  • Terpene (ätherische Öle und Glykosid-Terpene) – es gibt viele verschiedene Terpene, mit unterschiedlicher Wirkung: u.a. entzündungshemmend, gefäßerweiternd, blutdrucksenkend, auf den Hormonhaushalt einwirkend, immunmodulierend – das heißt sie können das Immunsystem dämpfen (Allergien) oder auch stimulieren
  • Saponine: Sind stark Schaum bildend (sapo = Seife) und unterstützen das Lösen von Sekreten, wirken entzündungshemmend, diuretisch (harntreibend) und mäßig schleimhautreizend.
  • Steroidglykoside: sind herzwirksame Glykoside (Steigerung der Herzkraft und Senkung der Herzfrequenz), die jedoch giftig sind und nur eine geringe therapeutische Breite bieten.
  • Schleimstoffe: quellen unter Wasserzufuhr und werden als Schleimhautschutz, zur Reizmilderung, Resorptionsverzögerung und als mildes Abführmittel eingesetzt.
  • N (Stickstoff)-haltige Verbindungen wie Senfölglykoside: Scharfstoffe, die äußerlich zur Reizung von Thermo- und Schmerzrezeptoren im Rahmen von Hautreizverfahren angewendet werden.

Um die Verfügbarkeit der Wirkstoffe für das Tier zu optimieren, werden Pflanzen oder Pflanzenteile meist zerkleinert, sprich geschnitten, angestoßen oder gepulvert. Auch können die Wirksubstanzen durch ein Extrakt angereichert werden. Mit Wasser z.B. als Infus (Aufguss), Dekokt (Abkochung) oder ein Mazerat (Kaltauszug). Neben dem wässrigen Mazerat können auch Öle oder Ethanol für ein Ölmazerat oder alkoholisches Mazerat verwendet werden – Letzteres natürlich nicht für die innerliche Anwendung.

Carina Santjer – Pferdeosteopathie & Pferdephysiotherapie - Pflanzen - Futterergänzung

Gesetzlich vorgeschriebener Hinweis:

Bei den vorgestellten Behandlungsmethoden handelt es sich teilweise um Verfahren bzw. Therapien der alternativen Medizin, die schulmedizinisch weder nachgewiesen noch anerkannt sind. Bitte beachten Sie außerdem, dass die vorgestellten Therapiemethoden nicht als Heilversprechen zu verstehen sind. Jegliche Aussagen über gesundheitliche Ergebnisse sind unverbindlich und beruhen auf Erfahrungswerten. Die Anwendung der hier präsentierten Informationen ersetzt ggfs. nicht den Besuch beim Tierarzt und ich übernehme keine Garantie für bestimmte Heilungserfolge.